Es gibt diesen Moment morgens nach dem Aufstehen, in dem du es einfach weißt: Es ist Zeit zu gehen. Nicht weil die Aufgabe zu groß ist, sondern weil die Haltung in der Organisation fehlt.
Caretaker merken das zuerst, weil es ihnen immer darum geht, Dinge richtig zu machen. Jede Abweichung im Sinne des Kunden, intern wie extern, tut ihnen fast physisch weh.
Inamori sagt: „Do the right things as a human being.” Manchmal ist gehen genau dieser Weg.
Woran erkennst du, dass eine Organisation diese Haltung nicht hat? Drei Warnsignale, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe.
Drei Warnsignale
Fehler werden kommentiert, nicht analysiert. Es geht um die Suche nach dem Schuldigen statt nach dem Auslöser. Das ist keine Fehlerkultur, das ist der Finger auf dem Individuum.
Ideen fließen nach oben, aber nicht zurück. Wer etwas anspricht und nie wieder davon hört, hört irgendwann auf zu melden. Das System nennt das dann „alles läuft super”.
Die besten Leute gehen zuerst. Meist die Caretaker. Nicht weil ihnen die Ausdauer fehlt, sondern weil sie früher merken, was nicht mehr stimmt, und weil sie Haltung haben.
Die ehrliche Frage
Ich bin selbst zu lange geblieben. Nicht weil ich die Zeichen nicht sah, sondern weil ich glaubte, ich könnte noch etwas verändern. Manchmal stimmt das, manchmal ist es eine bequeme Ausrede. Am Ende ist ein Punkt auch einfach nur ein Punkt. There’s just one life to live.
Die ehrliche Frage ist nicht: Kann ich das hier noch ändern? Sie ist: Will diese Organisation das überhaupt, und erlaubt sie es mir?
Meist stinkt der Fisch vom Kopf. Wenn die Antwort nein ist, ist das keine Niederlage. Es ist eine klare Information.
Woran habt ihr gemerkt, dass es Zeit war?