KI und Bildung · Teil 2/5

Unterstützung ist nicht Entscheidung

Ausgerechnet die Schule zögert bei KI am meisten, dabei hätte kaum ein Bereich mehr davon. Ein Vater schaut auf die Klasse seines Sohnes.
Björn-Olaf Lange · 7. Juli 2026 · Lesezeit 1 Minute
KI in der Schule, KI-Serie Teil 2

Mein Sohn kommt nach den Sommerferien in die zwölfte Klasse. Wenn ich ihn frage, wie das Thema KI bei ihm in der Schule läuft, bekomme ich keine Geschichte über spannende Projekte. Ich bekomme eine Geschichte über Misstrauen. Über eine Technologie, die als Bedrohung empfunden wird, nicht als Werkzeug.

Das ist kein Einzelfall. Bildung ist der Bereich, der KI am konsequentesten meidet, und gleichzeitig der, der sie am nötigsten hätte.

Der Bedarf ist riesig

Je nach Studie fehlen in Deutschland bis 2035 zwischen 68.000 und 85.000 Lehrkräfte. Gleichzeitig nennt jede dritte Lehrkraft Arbeitsbelastung und Zeitmangel als eines der größten Probleme, knapp jede vierte die Bürokratie.

Was frisst diese Zeit? Selten der Unterricht. Es sind Vorbereitung, Korrektur, Elternbriefe, Dokumentation, Förderpläne, Anträge. Genau die Dinge, bei denen KI heute richtig gut ist.

Zwei Dinge, die verwechselt werden

Datenschutz ist ein echter Faktor, Schülerdaten sind sensibel. Dahinter sitzt aber oft eine zweite Überzeugung: Bildung sei zu menschlich, um KI auch nur in die Nähe zu lassen.

Da verwechseln wir zwei Dinge. Unterstützung ist nicht Entscheidung.

Lass KI die Bürokratie übernehmen, damit wieder Zeit für die jungen Menschen bleibt.

Was ein Kind wirklich braucht, wie ein Gespräch läuft, wann jemand mehr Zuwendung braucht als Stoff, das bleibt beim Menschen. Immer.

Quellen

Zuerst erschienen auf LinkedIn am 7. Juli 2026, in der Serie KI als Wachstumstreiber.

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