Führung und Kultur · Teil 2/11

Was passiert, wenn jemand zuhört

Ein Teamleiter bei KYOCERA, dem ich die Tür geöffnet habe, ließ ein ganzes Team zusammenrücken. Nicht durch einen Prozess, sondern durch Haltung.
Björn-Olaf Lange · 21. Mai 2026 · Lesezeit 1 Minute
Carousel-Cover Was passiert, wenn jemand zuhört

Letztes Mal habe ich geschrieben: Caretaker kündigen nicht wegen des Gehalts. Sie kündigen, wenn niemand mehr zuhört. Heute erzähle ich das Gegenteil, was passiert, wenn jemand zuhört.

Bei KYOCERA hatte ich einen Teamleiter, dem ich die Tür zum Abteilungsleiter öffnen durfte. Was danach kam, hat mich selbst überrascht.

Sein Gespür dafür, was über unsere Produkte beim Händler ankommt und am Ende beim Endkunden, war außergewöhnlich. Mit der bequemen Sicht aus dem warmen Büro hat er sich nie zufriedengegeben. Er hat sie immer wieder herausgefordert, aus allen Perspektiven.

Haltung, der man Raum gibt

Er hat den Support ins Feld gebracht, dem Team echte Erfahrungen vor Ort ermöglicht, statt nur über Tickets zu reden. Und er hat etwas geschafft, das man nicht anordnen kann: Er hat das Team zusammenrücken lassen. Diesen Ruck spürten am Ende auch unsere Partner im Handel.

Das war kein Prozess, den ich eingeführt habe, sondern eine Haltung, der ich Raum gegeben habe. Genau das ist das Caretaker-Gen in Aktion. Er hat nicht gefragt, wie er ein Ticket schneller schließt, sondern was wirklich beim Kunden ankommt.

Was Führung daraus machen kann

Haltung kannst du nicht schulen, aber du kannst ihr einen Platz geben. Oft heißt dieser Platz: raus aus dem Elfenbeinturm, näher ran an die Wirklichkeit. Wenn ihr so einen Menschen erkennt, gebt ihm nicht nur einen Titel, sondern Raum, seine Perspektive einzubringen.

Die besten Caretaker blühen nicht auf, weil man sie befördert. Sie blühen auf, weil man ihnen zuhört und sie machen lässt.

Hattet ihr auch jemanden, der euer Team zusammenrücken ließ, einfach durch seine Haltung? Was hat ihn ausgemacht?

Zuerst erschienen auf LinkedIn am 21. Mai 2026, Teil 2 von 11 der Serie Das Caretaker-Gen.

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